11.03.2014 – 14.03.2014 – Rennsteig Part I – Hörschel bis Oberhof

24.03.2014

Endlich grünt es wieder, und die Temperaturen sind inzwischen auch wieder in einem Bereich, wo man durchaus den gesamten Tag draussen verbringen kann. Deshalb war ich im gerade vergangenen Urlaub auch mit Benni auf dem Rennsteig unterwegs. Aufgrund diverser Umstände konnten wir unseren ursprünlichen Plan, 9-11 Tage für den gesamten Weg aufzuwenden nicht umsetzen und sind so „nur“ ein Teilstück von 65 km in 3,5 Tagen gewandert.

11.03.2014 – Hörschel – Wilde Sau | 12 km
Wir haben uns in Oberhof getroffen, und dort ein Fahrzeug für die Rückreise stehen lassen. Von dort bis nach Eisenach ist es ca. 1 Stunde über Landstraßen, dann gaben wir das andere Fahrzeug bei der Autovermietung ab. Vom Bahnhof fährt man ca. 15 Minuten bis nach Hörschel, und läuft dort nur wenige Meter bis zum Beginn des Rennsteig´s am Fuße der Werra. Hier haben wir unseren obligatorischen Stein aus der Werra gefischt und brachen gg. 17:30 Uhr auf.

Rennsteigwanderung März 2014

Es geht vom FLuss ausgehend natürlich erstmal bergauf, und dann relativ seicht-wellig durch die umliegenden Hügel. Nach etwa 1,5 Stunden ging uns, so dachten wir zumindest, das Licht aus.

Rennsteigwanderung März 2014

Der Mond jedoch kam recht schnell aus der Deckung, und so entschieden wir uns, noch ein Stück weiterzulaufen, sozusagen Nacht-zu-wandern. Nach letztrendlich knapp 4 Stunden gingen wir einen mitteln im Wald liegenden, sehr kleinen, aber steilen Hang hinauf die letzten Meter zur Schutzhütte Wilde Sau. Der Blick auf die Wartburg war bei diesem klaren Wetter wirklich sehenswert. Die Nacht schliefen wir sehr unruhig, und als wir morgens erwachten wussten wir auch wieso:

Rennsteigwanderung März 2014

12.03.2014 – Wilde Sau – Beerberggrotte | 19 km
Dicker, drückender Nebel war aufgezogen und drückte die gefühlte Temperatur mächtig. Also wurde schnell gepackt, um sich anschließend beim wandern zumindest ein wenig aufzuwärmen. Meist parallel zur „Waldautobahn“, dem Radwanderweg des Rennsteig, teils aber auch immer wieder ein Hügelchen oder Senkchen mehr mitnehmend, schlingt sich der Weg immer tiefer in Wälder. Der Nebel zog sich nach einigen Kilometern dann auch zurück und es wurde deutlich wärmer.

Rennsteigwanderung März 2014Rennsteigwanderung März 2014

Leichte Verwirrung stiftete die „Rennsteiggrotte“, die bei der vorhergehenden Recherche mehrfach als geeigneter Schlafplatz angepriesen worden war. Ich jedenfalls würde jede Schutzhütte auf dem Rennsteig dieser Wetterkluft vorziehen ;-)

Rennsteigwanderung März 2014

Nach der Hohen Sonne und am Bärenbach vorbei assen wir gemütlichM ittag in einer der Gastwirtschaften am Rennsteig, und kamen dem Inselsberg immer näher. Gg. 18 Uhr erreichten wir die Brotteroder Hütte, die uns eigentlich als Nachtlager dienen sollte. Jedoch bot diese Schützhütte lediglich den Schutz eines Bushäusschens. Deshalb legten wir nach 18 km(die Beine waren schon ziemlich schwer) die Berberggrotte als Übernachtungsplatz in die Waagschale. Nur einen knappen km Wegstrecke entfernt, aber gute 150 hm über der Brotteroder Hütte, war der Aufstieg dann doch recht beschwerlich. Der Ausblick vom Berbergstein aus, und das Flair dieses recht einmaligen Ortes aber wogen diese Strapazen wieder auf.

Rennsteigwanderung März 2014

13.03.2014 – Beerberggrotte – Wiedensuhlwiese – 20 km
Die Nacht schliefen wir unter dem Stein sehr gut, umd machten uns gg. 7:30 Uhr wieder auf, nun den Inselsberg, bzw. die letzen 100 hm von ihm, zu begehen. Oben gab es eine schöne Aussicht, viele Orientierungspfeile, und ein gutes Frühstück.

Rennsteigwanderung März 2014

Rennsteigwanderung März 2014Rennsteigwanderung März 2014

Anschließend ging es auf der anderen Seite mit bis zu 25% wieder bergab, was die Knie ziemlcih brutal weckte. Hügel um Hügel schlingt sich der Weg hier weiter, man findet fast zu viele Hütten vor, die zum verweilen und Rasten einladen, was das weitergehen umso schwerer macht.

Lichtspiele aller Art konnte man auch mannigfaltig beobachten, mich erstaunen sie immer wieder. Der Inselsberg entfernte sicht recht rasch, und bald war er kaum noch zu sehen.

Rennsteigwanderung März 2014Rennsteigwanderung März 2014

Die Wälder wurden nun wieder Nadelholzlastiger, nachdem bisher viel Buschwerk vorgeherrscht hatte. Beides gab wunderbare Perspektiven frei.

Rennsteigwanderung März 2014

Rennsteigwanderung März 2014

Nach gut 20 km liessen wir uns dann in der Schutzhütte „An der Weidensuhlwiese“ nieder, und genoßen ein langgezogenes Abendbrot am Feuer.

Rennsteigwanderung März 2014

Dies war bei weitem die angenehmste Nacht, auch wenn es bis -2 Grad herunterkühlte, und uns dementsprechend der Raureif begrüßte.

14.03.2014 – Weidensuhlwiese – Oberhof | 15 km
Über Sperrhügel und Wachsenrasen ging es durch nun immer dichter werdenden Nadelwald weiter, hier erwähnenswert ist wohl, dass hier länger KEINE Quellen oder sonstige Trinkwassergelegenheit zu finden sind. Ca. 4 km vor Oberhof, schon ziemlich ausgetrocknet, fand sich dann auch noch ein Werbeschild von „Thüringer Waldquell“, was wirklich nicht richtig lustig war. Schlussendlich sahen wir auf den letzten Metern sogar noch einmal Schnee und Eis, die Reste der Wintersaison. Abschließend gibt es noch ein höchst unkreatives Selfie vom Anstieg nach Oberhof.

Rennsteigwanderung März 2014

Rennsteigwanderung März 2014

So waren wir dann nach bereits 3,5 Tagen in Oberhof und fuhren zurück in die Nordthüringische Zivilisation. Sehens- und erlebenswert wars auf jeden Fall! Ich denke dass wir bald auch die noch ausstehenden 105 km wandern werden, davon wird es hier auch einen Bericht geben!