Donauradweg 2017 – Von München über Regensburg bis nach Wien

20.06.2017

600 km in 4 Tagen, so lautet die Bilanz meiner Ultraleichtreise.

Gestartet bin ich, je wie man es gelten lässt, am 31.5. früh morgens zuhaus, bzw. nach getaner Arbeit am selben Tag um 16 Uhr in Hallbergmoos. Von hier ging es über Freising erstmal Richtung Kelheim/Regensburg. Beim nächsten Mal würde ich die wesentlich ruhigere Landstraße über Oberding nehmen, um nicht nochmal fast auf der ST2048 über den Haufen gefahren zu werden.

Ab Niederlern wars dann aber eine ziemlich schöne Tour durch die Hallertau, das größte Hopfenanbaugebiet der Welt. Gegen 19 Uhr gabs beim Italiener dann noch Pizza zur Stärkung und kurz vor Sonnenuntergang kam ich in Kelheim-Herrnsaal an. Nach nettem Plausch mit dem Besitzer des Campingplatzes(inkl. Belohnungsbier) ging´s noch duschen, dann direkt in die Heia.

Tag 2
…führte mich dann gleich zu Beginn nach Regensburg, hier gönne ich mir ein kurzes Frühstück auf der Parkbank, und direkt weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit, der Walhalla. Flösst mir auch ohne große Deutschtümelei im Herzen einen Heidenrespekt ein, diese Halle! Über Wörth a.d.D. und Straubing fliegt die Zeit nur so dahin, bis ich bei 95 km erstmal nachtanken muss, es gibt Pasta Arrabiata und ein herrlich erfrischendes Weizen. Bei nunmehr 33 Grad geht es also frisch mit Sonnencreme eingeschmiert weiter in Richtung Passau. Bei Deggendorf seh ich nochmal das letzte Stück Isar, die ja „daheim“ direkt vorbeifliesst, hier hab ich sie also wieder eingeholt :-)

Es folgend Hofkirchen und Vilshofen a.d.D. Bis Aldersbach folgt man hier auch dem vielversprechenden Bierradlweg. Nach kurzem Überlegen mache ich in Irrling Schluss, und schlage erneut mein Zelt auf. Im Nachbarort Schalding l.d.D. esse ich noch fantastisch zu Abend, und falle zufrieden mit 169 km auf dem Tacho in tiefen Schlaf.

Tag 3
… wird mit 206 km das Highlight, und führt mich zuerst einmal nach Passau,  mein Frühstück verspeise ich direkt vor den Touristenkähnen an der „Hafentrasse“. Anschliessend hält sich der Radweg bis zur Landesgrenze recht sklavisch an die B388. Auf österreichischer Seite biegt man ab in eine kleine, aber gut ausgebaute Flussbegleiterstrasse, bis ich an der Schlögener Schlinge die erste Fähre für einen Uferwechsel nutze. Ab hier ist´s ein Touristenweg, immernoch mit fantastischem Belag, man rollt wirklich wie von selbst, ohne nennenswerte Schäden in der Fahrbahndecke. Echte Steigungen gibt es keine, und so sause ich geradezu durch Linz(nach erneuter Fährstation in Ottensheim), mache erst danach bei km 120 in Abwinden Mittag. Ein bisschen Rausch ist ja bei solch langen Touren auch immer mit dabei, nun ist der Wille, die 200 zu packen, umso fester. Ich mache mich kurz frisch(Ein leicht nasses Radltrikot wirkt ja geradezu Wunder bei 35 Grad und brennender Sonne!) und weiter gehts. „Albern“ ist mir am Ortsschild noch ein schönes Foto wert, ab nun gönne mir fürs Tagesziel weniger Pausen und trete relativ kräftig in die Pedalen. Ich habe Glück mit dem Wetter, den ich sehe direkt vor mir Regenwolken, teils auch herunterkommenden Regen, aber nie direkt über mir. Mit leicht nassem Fahrbahnbelag komme ich gut klar, die Temperatur jedoch geht bis 16 Grad herunter, ausserdem geht es nun immer an der Bundesstrasse 3 entlang, eher langweilig. In Weitenegg, finde ich schliesslich einen kleinen Gasthof, wo ich mir ein Zimmer für die Nacht nehme, und eine doppelte Portion Krautweckerl macht mich sofort schlafbereit :-)

Tag 4
… beginnt nach ausführlichem Frühstück und führt mich auf die letzte Etappe nach Wien. Alle Wolken vom Vortag haben sich verzogen, und es sind sofort wieder 22+ Grad. Die Landschaft ist ebenso kein Vergleich zum Vorabend, rapide nähert man sich Weinbergen und Obstbaumhängen, sehr ansehnlich, Toskanafeeling stellt sich ein. Hier kreuzt der Donauradweg die Romantikroute durch Österreich, die ich mir sofort als noch abzufahren merke.
In Weißenkirchen setze ich erneut mit der Fähre über, und fahre weiterhin durch wunderschöne Weinhänge, hier wird auch schon fleissig gewässert, dies ist mit Abstand der schönste Teil der ganzen Radtour! Hinter Mautern wendet sich die Strecke wieder direkt an die Donau, man fährt viel direkt auf dem Damm, nur ab und an muss man eine Altarm oder ein Wasserwerk bzw. Bootshäfchen umfahren.
In Tulln esse ich zu Mittag und rufe meinen Wiener Gastgeber an, um einen Treffpunkt abzusprechen. Von hier sind es nurmehr 30 km bis Wien, hier nimmt der Radverkehr dann auch rapide zu. Über Kritzendorf und Klosterneuburg kommt man schliesslich direkt am Donaukanal raus, so endet nach 115 km bereits die Reise.

Zurück nach München bin ich ein paar Tage später mit dem Flixbus gefahren, und auf dem letzten Kilometer dann nochmal richtig schön nass geworden :-)